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IPT

IPT – Integriertes Psychologisches Therapieprogramm für schizophrene Patienten (von Brenner et al.)

Theoretischer Hintergrund des IPT
Bei der Entstehung schizophrener Erkrankungen greifen biopsychosoziale Faktoren
ineinander. Daher orientiert sich das IPT am sogenannten Vulnerabilitäts-Stress-
Modell, das heißt starker Stress in Verbindung mit hoher Vulnerabilität erhöhen die
Anfälligkeit für die Erkrankung. Dabei ist unter beiden Faktoren folgendes zu ver-
stehen:

Vulnerabilität/Verletzlichkeit:

  • besondere Persönlichkeitseigenschaften
  • mangelnde soziale Kompetenz
  • gestörtes Informationsverarbeitungssystem (Reizverarbeitung )
  • genetische, neuroanatomische, neurochemische Faktoren
  • labiles psychophysiologisches System

Stress:

  • kritische Lebensereignisse
  • alltägliche Dauerbelastungen

Ebenso zeichnen sich die Symptome schizophrener Psychosen in
verschiedenen Bereichen ab:

  • Veränderungen im Denken, wie z.B.
    • Konzentrationsschwierigkeiten
    • Ideenflüchtigkeit
    • Gedankenkreisen
    • das Gefühl, keine Gedanken mehr im Kopf zu haben
    • Denken, man werde verfolgt, oder andere wollen etwas böses u.v.m

Veränderungen der Gefühle, wie z.B.

  • Gefühle intensiver empfinden
  • Sich leer und ausgebrannt fühlen
  • Starke Ängste, Hoffnungslosigkeit oder Verzweiflung
  • Starkes Glücksgefühl und Freude
  • Keine Gefühle mehr empfinden

Veränderungen in der Wahrnehmung, wie z.B.

  • etwas sehen, hören, riechen oder fühlen, was nicht da ist (Halluzinationen)
  • Personen oder Dinge nicht mehr richtig erkennen („verkennen“)
  • Intensiver wahrnehmen als sonst

Veränderungen im Verhalten, wie z.B.

  • nichts mehr tun können
  • nicht mehr schlafen können
  • sich völlig abkapseln und zurückziehen
  • 100 Dinge gleichzeitig tun
  • seltsame oder „verrückte“ Sachen machen
  • Verarmung von Sprache und Kommunikation

Veränderungen am Körper empfinden, wie z.B.

  • Starkes Schwitzen oder Kälteempfinden
  • Kribbeln in einzelnen Körperteilen
  • Teile des Körpers als fremd oder verändert erleben

Aufgrund der Komplexität sowohl der Ursachen bzw. Auslöser als auch der Symptome und Konsequenzen der Erkrankung muss auch der Behandlungsansatz vielschichtig sein, d.h. auf mehreren Ebenen greifen. Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung mit Neuroleptika als Basis, stellt daher das IPT eine komplexe und störungsspezifische psychologische Therapiebatterie dar.

Worum geht`s also?
Das IPT besteht aus einer Vereinigung von verhaltenstherapeutischen Behandlungstechniken, um schizophren Erkrankte in folgenden Störungsbereichen zu fördern:

  • Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, kognitive Weiterverarbeitung von inneren und äußeren Sinneseindrücken und daraus resultierende Störungen in der Urteilsbildung
  • Erleben und Ausdruck von Emotionen sowie offenes Verhalten und sozialen
    Interaktionen
  • planvolle Bewältigung von Alltagsproblemen

Die Gruppen sind offen, so dass ein Einstieg in die Gruppe nach Voranmeldung jederzeit stattfinden kann.

 

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